Film– und Themenabend zum Thema weibliche Genitalverstümmelung

Am 12. Dezember 2013 lud die AG Kinderrechte erneut zu einem spannenden Film- und Themenabend ins Kino Sputnik in Berlin-Kreuzberg ein. Über 50 Gäste kamen, um den Dokumentarfilm „The Cut“ von Beryl Magoko zu sehen. Bei einer anschließenden Diskussionsrunde mit Experten konnte der Film reflektiert und offene Fragen gestellt werden.

Weibliche Genitalverstümmelung als alltägliche Tradition

Jedes Jahr werden weltweit 2-3 Millionen Mädchen und Frauen Opfer der weiblichen Genitalverstümmelung, welche in vielen Ländern der Welt noch eine alltägliche Tradition ist. Ein Viertel der Frauen überlebt diesen Eingriff allerdings nicht.

Vor Schreck geöffnete Kinderaugen, eine blitzende Rasierklinge, das schmerzverzerrte Gesicht eines Mädchens. In ihrem Dokumentarfilm zeigt die Filmstudentin Beryl Magoko wie das Ritual der Beschneidung der Kuria in ihrem Heimatdorf in Kenia die Mädchen nachhaltig zeichnet. Sie lässt unterschiedliche Stimmen zu Wort kommen: Junge Mädchen, alte Frauen, Beschneiderinnen, Ärzte und verschiedene Aktivisten erzählen von ihren Erfahrungen, beziehen Stellung und äußern Zukunftsvisionen. Gegner und Befürworter der alten Tradition. Durch Interviews und mithilfe eindrucksvoller Bilder des Beschneidungsrituals gelingt es der Regisseurin dem Zuschauer einen Eindruck davon zu vermitteln, welche Qualen FGM (Female Genital Mutilation) verursacht, wie mit dem Thema vor Ort umgegangen wird, welchen Stellenwert es in der Gesellschaft einnimmt und welcher gesellschaftliche Druck auf den betroffenen Frauen lastet.

Rebekka Macht, Expertin für ‘Female Genital Mutilation’ von Amnesty International, und Dr. Edda Brandes, Vorsitzende des BENKADI e.V. Kultur Raum Afrika, beantworteten den Zuschauern im Anschluss Fragen zum Film und zum Thema. Frau Macht beleuchtete die menschenrechtlichen Aspekte des Themas. Dr. Edda Brandes erzählte von ihren Erfahrungen während des Drehs eines eigenen Films zum Thema in Mali. Des Weiteren standen die Auswirkungen der Praktik auf den Körper und das mentale und sexuelle Leben der Betroffenen sowie insbesondere der Kampf gegen FGM im Fokus.

Die AG Kinderrechte nahm den Filmabend auch zum Anlass, um Unterschriften für die internationalen Kampagne „My Body My Rights“ von Amnesty International zu sammeln, bei der das Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren eigenen Körper im Zentrum steht.

 

Weitere Informationen zum Thema findet ihr hier:

Themenkoordinationsgruppe für Menschenrechtsverletzungen an Frauen (MaF), Amnesty International Deutschland

Die Rechte von Frauen und Mädchen stärken!, Themenseite zu Frauenrechten von Amnesty International Deutschland

 

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