Migrant*innen auf dem Arbeitsmarkt und als Existenzgründer*innen -Asma Sarraj-Herzberg

Bericht 30.06.15 – Asma Sarraj-Herzbergs Vorlesung zum Theman “Migrant*innen auf dem Arbeitsmarkt und als Existenzgründer*innen – Theorie und Praxis”

Asma Sarraj-Herzberg

 

Zur letz­ten Sitzung der dies­jäh­ri­gen Vorlesungsreihe hat­ten wir Frau Sarraj-Herzberg, Juristin und Politologin, ein­ge­la­den, die als Beraterin von Migrant*innen und Geflüchteten tä­tig ist. Frau Sarraj-Herzberg glie­der­te ih­ren Vortrag in ei­nen theo­re­ti­schen Teil und ei­nen prak­ti­schen Teil, in­dem sie im­mer wie­der Fehler in der Ausführung des Asylrechts und bü­ro­kra­ti­sche Hürden be­män­gel­te.

Migrant*innen auf dem Arbeitsmarkt

Grundlegend stell­te sie da­bei fest, dass die UN Menschenrechte, ins­be­son­de­re die Freizügigkeit und das Recht auf Arbeit, in der bun­des­staat­li­chen Praxis kaum an­er­kannt wer­den, so­wie in­ner­halb Europas sehr un­ter­schied­lich ge­re­gelt sind. In Deutschland ist das Recht auf Arbeit bei­spiels­wei­se ein so­ge­nann­tes „Deutschen-Recht“, al­so ein Grundrecht, dass nur deut­schen Staatsbürgern zu­steht. Diese Diskrepanz zwi­schen men­schen­recht­li­chem Anspruch und tat­säch­li­cher Rechtspraxis, wur­de noch an un­ter­schied­li­chen wei­te­ren Stellen von Frau Sarraj-Herzberg her­aus­ge­ar­bei­tet. Sie ging un­ter an­de­rem auch noch­mal auf die Vergangenheit der Asyl- und Migrationspolitik in Deutschland ein und be­schrieb den Wandel hin von ei­ner (re­la­tiv) of­fe­nen Einwanderungsgesellschaft, in der Arbeiter*innen ak­tiv an­ge­wor­ben wur­den, um zum Wirtschaftswachstum bei­zu­tra­gen, ehe dann seit den 70er Jahren ver­mehrt auf ei­ne „qua­li­fi­zier­te“ Arbeitsmigration ge­ach­tet und Arbeitsmigration zu­neh­mend re­strik­ti­ver ge­hand­habt wird. Insbesondere bü­ro­kra­ti­sche Hürden und Regelungen wie die Vorrangsprüfung, die theo­re­tisch die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt zwi­schen Deutschen und Migrant*innen ver­hin­dern soll, stellt da­bei ei­ne prak­tisch un­über­wind­ba­re Hürde dar.

Dabei wur­de wie auch schon in der drit­ten Vorlesung Teilnehmer*innen die Möglichkeit ge­ge­ben, ih­re per­sön­li­chen Fragen und Anliegen an Frau Sarraj-Herzberg zu for­mu­lie­ren und da­durch in ei­nen Dialog zu kom­men, um ein pro­duk­ti­ves Arbeitsklima des Miteinander zu schaf­fen. Wir freu­en uns da­mit auch ei­ne Plattform für ei­nen Austausch zwi­schen Menschen mit ganz un­ter­schied­li­chen Hintergründen ge­schaf­fen zu ha­ben. Wir ha­ben er­staunt fest­ge­stellt, wie viel Interesse am Thema Migration in al­len Gesellschaftsschichten be­steht und wie sehr vie­le Menschen das ak­tu­ell herr­schen­de Regelwerk ab­leh­nen.

 

Zuletzt be­dan­ken wir uns noch­mal bei al­len Mitwirkenden und Beteiligten, ins­be­son­de­re un­se­ren Referent*innen und der FU-Berlin und freu­en uns euch al­le wie­der im nächs­ten Jahr be­grü­ßen zu kön­nen.

 

 

» Hier geht es zum Programm der Human Rights Lectures – Migration

» Hier geht es zur Veranstaltung auf Facebook

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.