Der Fluch der Ressourcen – Aktion an der Warschauer Straße

Aktion gegen die Verschmutzung des Niger-Delta in der Warschauer Straße

Am Montag den 21. März 2011 hat die AG für Unternehmensverantwortung an der Warschauer Straße mit einer Aktion auf die Verschmutzung des Niger-Delta durch Ölunternehmen wie Shell  aufmerksam gemacht. Wir haben Flyer zur Problematik verteilt und Unterschriften sowie “ölige” Handabdrücke der interessierten Passanten und Passantinnen gesammelt.

Aktion zum Niger-Delta in der Warschauer Straße
Aktion zum Niger-Delta in der Warschauer Straße

Das Niger-Delta – bedrohte Heimat

Das Niger-Delta, Heimat von 30 Millionen Menschen, ist eine der erdölreichsten Regionen Afrikas. Für seine Bewohner hat sich der Reichtum an Bodenschätzen jedoch als Verhängnis erwiesen. Statt von der Ausbeutung der Rohstoffvorkommen zu profitieren, leiden sie unter den Bedingungen, die die Erdölgewinnung mit sich bringt. Weil es immer wieder zu Lecks in den Pipelines der Ölunternehmen, allen voran Royal Dutch Shell, kommt, sind die Äcker und Flüsse der Region, welche die Lebensgrundlage seiner Bewohner bilden, zu weiten Teilen durch das Öl kontaminiert.

Wegen der wachsenden Armut und der Zerstörung ihres Landes versuchen die Menschen im Niger-Delta immer wieder, sich gegen die Ausbeutung ihres Lebensraums zur Wehr zu setzen. Appelle an die Regierung, die Erdölgewinnung stärker zu reglementieren und die Ölindustrie für begangene Umweltzerstörungen zur Rechenschaft zu ziehen, bleiben aber meist ohne Wirkung. Denn der nigerianische Staat, größter Nutznießer der Erdölgewinnung, befindet sich in enger Kooperation mit den multinationalen Konzernen.

Die aussichtslose Lage der Bevölkerung ist häufig Anlass für Aufstände und bewaffnete Konflikte. Entführungen und Sabotageakte, die von Vergeltungsmaßnahmen der Regierung gefolgt werden, führen so zu einer gefährlichen Destabilisierung der Region.

Amnesty fordert von Shell Verantwortung zu übernehmen

Um die Lage der Bevölkerung im Niger-Delta zu verbessern, fordert Amnesty International eine klare gesetzliche Regelung der Aktivitäten der Ölindustrie von Seiten der nigerianischen Regierung sowie die Säuberung verschmutzter Gebiete durch die dafür verantwortlichen Unternehmen. Mit den gesammelten Unterschriften und dem Transparent mit den Handabdrücken der Unterstützerinnen und Unterstützern haben wir am Freitag den 25. März eine Mahnwache vor der nigerianischen Botschaft abgehalten.

"Ölige" Handabdrücke der Passanten und Passantinnen gegen die Verschmutzung
“Ölige” Handabdrücke der Passanten und Passantinnen gegen die Verschmutzung

Weitere Informationen zum Thema findet ihr hier:

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